
Am 8. August 1341 der Eklat: Man geriet sich in die Haare und griff zu Dolch und Schwert.
Angesichts der Toten und Verletzten mahnte Balduin von Trier einen sofortigen Burgfrieden unter den Ganerben an,
doch erst am 19. Oktober 1342 wurde dieser von 24 Schönburger Rittern – zwei, darunter der „Randecker“,
hatten den Streit nicht überlebt – unterzeichnet und gesiegelt. Am 10. Mai 1348 musste Diedrich von Milwalt aus einem rauflustigen,
in Wesel ansässigen Adelsgeschlecht sühnen: wegen Totschlags des Anton von Schönburg und Kirchenfrevels.
Mit fünf Jahren freiwilligen Dienstes beim Erzbischof war die Sache erledigt. Und auch aus dem Jahre 1349 lag eine Sühn Brief über das
Erschlagen des Ritters Heinrich von Schönburg und des Probstes von St. Martin Otto von Schönburg vor. Erst 1386
– nach mehreren Vertragsnachbesserungen – schienen die Zwistigkeiten ein Ende zu haben.
Weit gefehlt!
Wappenvielfalt: Viel im S c h i l d e g e f ü h r t -
Kurz vor Ablauf des 14. Jahrhunderts gaben bei den Schönburgern mit den roten Schilden in Silber Friedrich,
genannt der alte Ritter, und bei den Herren mit sechs goldenen Schilden im roten Wappen Humbracht aus dem Argentaler Stamm den Ton an.
Die älteste, die Lamprecht`sche Linie (Nachfahren des Otto von Schönburg, 1159-1166 ministerialis regis)
mit sechs silbernen Schilden auf rotem Grund beherrschte die Szene mit 16 Rittern, während bei den Herren mit dem Zepterrad
Friedrich der Junge (1391-97 Ritter) und sein Sohn Eberhard das Sagen hatten.
Eine dominante Rolle bei den Schönburgern mit - rotem Mittelschild (ohne Beschlag) in Gold spielte Johann der Junge.
Zu erwähnen wäre noch das Wappen mit dem schwarzen Mittelschild in Silber, das Merbodo I. (1229-56) und seine Nachfahren führten.
Als taktisch klug erwiesen sich gelegentliche Querverbindungen der Schönburger durch Eheschließungen.
Sie verhinderten schlimmere Familienzwists.
Die Schönburger mit den silbernen Schilden und die mit dem schwarzen Mittelschild verbanden sich durch Else (1345-72) und Johann (1342-97).
Zuvor hatte Lamprecht (1316 Ritter, 1325 Burgmann zu Schmidburg) die Tochter des Johannes von Schönburg mit dem Schildbeschlag geehelicht.
Eberhard von Schönburg, mit einer hübschen jungen Dame aus dem Hause Fleckenstein und danach mit Elisabeth von Cronberg verheiratet,
wäre vielleicht mit einer Falkenstein besser dran gewesen, denn dieses Haus hatte gerade den Erzbischofsstuhl übernommen.
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Zeichnungen und Text: Jochen von Osterroth
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