Kleider machen. Leute!
Kuno von Falkenstein hieß nämlich der neue starke Mann in Trier. Er kleidete sich gern prächtig wie ein Pfau, was ihm schon vor seiner Ernennung zum geistlichen Würdenträger mit weltlichen, erheblichen Machtbefugnissen einen Rüffel des Kaisers eingebracht hatte. Doch der Falkensteiner liebte diese protzigen Auftritte, und da er in seinem Erzbistum umsichtig und tüchtig regierte, saß er fest auf seinem Stuhl. Weselmochte er besonders und erwarb 1386 hier für 1200 Gulden Haus und Hof des Diedrich Lutter von Covern, der das Geld dringend benötigte. Genau 150 Jahre später war eine weitere Spross aus dieser Familie klamm: Johann Lutter von Covern. Wegen versuchten Straßenraubes wurde er1536 in Koblenz enthauptet.
Noch zu Lebzeiten
einen Monat vor seinem Tod– setzte Kuno von Falkenstein seinen entfernten Großneffen aus der Licher Linie der Familie, Werner von Falkenstein, als Nachfolger ein. Die ziemlich selbständige und blühende Stadt Wesel war Werner– gierig nach Macht und Geld – ein Dorn im Auge. Aus familiären Gründen hielten sich die Schönburger aus dem sich anbahnenden Konflikt zwischen dem starken Mann in Trier und der Stadt heraus, zumal Friedrich von Schönburg dem Erzbischof am 15. März 1390 jederzeit Aufnahme in der Burg zugesagt hatte.
Weseler Krieg
Entschädigungen für die Schönburger Durch den massiven Einsatz von Geschützen des bekannten Mainzer Büchsenmachers Hans Silverburner wurde Wesel nach einjähriger Belagerung in die Knie gezwungen. Am 9. Oktober 1391 musste die Stadt Gehorsam gegen über dem kurfürstlichen Erzbischof geloben und 1000 Gulden in dessen Kriegskasse zahlen. Dieser entnahm dann Werner am 9. Januar 1392großzügig – was eigentlich nicht seine Art war – 450 Gulden für Johann von Schönburg, genannt Smydeburg, als Reparationsleistung. In gleicher Höhe wurde auch Friedrich von Schönburg entschädigt.
Gleichzeitig erwarb der Kutfürst den „Weinwuchs
in der Weseler Gemarkung“ von den Schönburgern. Plagte Werner etwa das schlechte Gewissen? Während dieses – wegen des ersten Feuerwaffeneinsatzes berühmten – Weseler Krieges hatte er nämlich fast alle Weinberge oberhalb der Stadt verwüsten lassen. Dass sich der Erzbischof ungeniert ohne erhobenen Finger aus Rom austoben konnte, lag an den internen Problemen, die die „Chefetage“ ablenkten. Denn hier musste sich der römische Papst Bonifatius IX. mit einem Rivalen, dem französischen Grafen Roger von Genevois, als Clemens VII. Gegenpapst, herumärgern.






